
Wirkfaktoren der Gruppenberatung
Einzel- vs. Gruppenberatung:
Alle Wirkfaktoren der Einzelberatung lassen sich im gleichen Maße in der Gruppenberatung nachweisen.
Umgekehrt können die besonderen Wirkfaktoren der Gruppenberatung nicht auf die Einzelberatung übertragen werden.
Instrumentelle Faktoren:
1. Kohäsion: Wir-Gefühl, Wertschätzung und Unterstützung
2. Offenheit: Wert- und kritikfreier Raum, um persönliche und intime Themen mit der Gruppe zu teilen
3. Vertrauen: Geschützter Rahmen durch interne Schweigepflicht
4. Kooperative Arbeitshaltung: Bereitschaft jedes Einzelnen zur Gruppendynamik und zum Prozess beizutragen
Spezifische Faktoren:
1. Feedback empfangen und annehmen: Durch wertschätzendes Feedback erfahren, wie wir auf andere wirken
2. Feedback geben: Kritik und Lob so äußern, dass diese konstruktiv und hilfreich formuliert sind
3. Unterstützung: Erfahrungen teilen, wechselseitige Bestärkung untereinander
4. Altruismus: Helfen und sich selbst als hilfreich erleben
5. Modelllernen: Beobachten, wie andere mit ähnlichen Problemen umgehen
6. Rollenspiele: Zur Erprobung neuer Verhaltensweisen
Allgemeine Faktoren:
1. Universalität des Leides: Erfahren, nicht mit dem eigenen Leiden alleine zu sein
2. Rekapitulation: Auseinandersetzung mit prägenden biographischen Situationen
3. Katharsis: Befreiung von inneren Konflikten und verdrängten Gefühlen
4. Hoffnung: Durch Beispiele und Zuspruch anderer und Stärkung der eigenen Selbstwirksamkeit
5. Existentielle Einsicht: Erkennung des eigenen Wertes und dessen Bedeutung für andere Menschen
Wissenschaftliche Quellen:
Angenendt, G. (2010). Gruppenpsychotherapie: von der Indikation bis zu Leitungstechniken; 35 Tabellen. Georg Thieme Verlag.
Burlingame, G. M., Fuhriman, A., & Mosier, J. (2003). The differential effectiveness of group psychotherapy: A meta-analytic perspective. Group dynamics: Theory, research, and practice, 7, 3.
McDermut, W., Miller, I. W., & Brown, R. A. (2001). The efficacy of group psychotherapy for depression: A meta‐analysis and review of the empirical research. Clinical Psychology: Science and Practice, 8(1), 98-116.
